Wrath of the Lich King - First Look Ursprünglich wollte ich ja einen Bericht zur neusten Erweiterung von World of Warcraft (kurz WoW) verfassen, als mir plötzlich überraschend Warhammer Online dazwischenfunkte. Deshalb gibt's an dieser Stelle leider nur einen "Firstlook"… also nicht, dass Sie jetzt glauben, das Ganze sei einen zweiten Blick wert… Das Schöne bei WoW ist ja, dass bereits lang vor Erscheinen der Erweiterung so ziemlich alle Inhalte bekannt sind. Blizzard hat sich erst gar keine Mühe gegeben die NDA möglichst lange aufrechtzuerhalten, schließlich gehört der ganze Medienzauber inzwischen fest zu Blizzard's Hypeprogramm. Daher gibt's schon seit Wochen Screenshots und Videos, die zeigen, was alte WoW-Veteranen und Neueinsteiger in der Erweiterung erwartet. Darüber hinaus hat sich Blizzard ganz offensichtlich auch entschlossen den gesamten Planeten plus das dazugehörige Sonnensystem zum Beta-Test einzuladen, denn anders lassen sich die aus allen Nähten platzenden Server eigentlich kaum erklären. Seit einiger Zeit ist ja nun schon bekannt - die neue Erweiterung für den digitalen Straßenfeger wird also Wrath of the Lich King heißen (Neudeutsch: Fräss off se Litsch King) und ist im verschneiten Norden angesiedelt. Da darf man schon gespannt sein, welche grandiose Übersetzung wir für die deutsche Version erwarten dürfen. Wenn man sich allerdings anschaut, was die Übersetzungsabteilung von Blizzard bisher so abgeliefert hat, würde es mich nicht wundern, wenn im deutschen Titel kleine, glitschige Früchte aus China eine Rolle spielen würden. Wer "Breeches of Absolution" mit "Bundhose der Absolution" und "Brilliant Lionseye" mit "Brillantiertes Löwenauge" übersetzt, dem ist eigentlich alles zuzutrauen. Ähnlich "brillantiert" dürften nämlich auch die Übersetzungen ausfallen, die man sich dann in Wrath of the Lich King (kurz WoTLK) antun muss.
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Ich möchte an dieser Stelle nochmals auf den hohen Unterhaltungswert der Internetseite hinweisen. Sehr empfehlenswert ist hier vor allem die WotLK-Beta-Show bzw. die damit verbundene Diskussion, welche sich vor allem um das T-Shirt dreht, das eine der Flitzpiepen von Moderatoren in Folge 7 trägt:
Ich verspreche Ihnen, Sie werden viel Spaß haben. Gerade in den Kommentaren zur Beta-Show offenbart sich die gesamte Brillanz der Leserschaft:
Also wenn Sie vor dem Lesen dieses ganzen gequirlten Semantik-und-Grammatik-Brechdurchfalls noch keinen Gehirntumor Ihr Eigen nennen durften, dann wird Ihr Arzt nach der nächsten Computertomographie schlechte Nachrichten für Sie haben… Posts, wie der von "PalaPwnedU" zeigen, dass wir kein Volk von Dichtern und Denkern mehr sind, sondern ein Volk von Deppen. Ich behaupte ja nicht, dass jeder gleich einen literaturpreisverdächtigen Schreibstil an den Tag legen muss (den habe ich selbst ganz sicherlich auch nicht), wenn ich aber diese Text gewordene Gewaltfantasie aus Semantiksuizid und Grammatikgenozid da oben sehe, die sich liest, als habe man versucht pflanzlichem Leben in einem Intensivkurs die deutsche Sprache nahezubringen, dann habe ich schon so das Gefühl, dass es bis zur Realisierung von Pierre Boulles Vision vom Planet der Affen nicht mehr wirklich lange hin ist. Ganz ähnlich ergeht es mir übrigens auch bei folgenden Kommentaren:
Aber zurück zu WoW. Was soll uns die zweite Erweiterung nicht wieder tolle Neuerungen bringen! Vergessen Sie alles bisher Dagewesene, denn jetzt kommt's... es gibt: Neue Frisuren!!! Ob nur für Oben- oder auch für Untenrum hat Blizzard zwar noch nicht bekanntgegeben, aber egal ob nun Haupt- oder Schamhaar, das dürfte auf jeden Fall ein Knaller werden. Und für alle, die jetzt noch keinen Harten in der Bundhose der Absolution haben, schiebt Blizzard gleich einen nach: Neue Tänze wird's nämlich auch geben. Daumen hoch, sag ich da! Denn sind wir mal ehrlich, neben "/duel" ist "/dance" eigentlich das einzige Kommando, für das man ein Macro haben sollte. Ganz wichtig ist, dass Sie von beiden Hotbuttons reichlich Gebrauch machen - egal, ob Sie nun gerade vor dem Auktionshaus oder irgendeinem Endboss stehen (alternativ lassen sich beide Macros durch das ununterbrochene Hämmern der Space-Taste ersetzen). So! Und als ob die ganzen bekloppten WoW-Fanboys nicht bereits beschlossen hätten WotLK zu kaufen, macht Blizzard jetzt den Sack zu: Es wird eine neue Klasse geben – noch einmal in Zahlen: Es wird 1 neue Klasse geben. Unglaublich! Phänomenal! Und dann auch gleich noch der Todesritter (Death Knight), da kann man die Freudentränchen kaum noch zurückhalten, so knorke ist das. Da geht's richtig ab, wenn sich dann gleich 2.000 Todesritter im Startgebiet gegenseitig die neue Frise zeigen. Ich kann's jedenfalls kaum noch erwarten zusammen mit Deathnight, Dethnite, Desneid und Nightrider eine Gruppe zu bilden und das neue Startgebiet mit den Ausmaßen einer Studentenwohnheimbude unsicher zu machen. |
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Ich könnte jetzt an dieser Stelle natürlich unzählige Screenshots und Videos bereitstellen und jedes Feature von WotLK einzeln auseinandernehmen, stattdessen verweise ich Sie aber auf Buffed.de, wo Ihnen Redakteur Marcel Anacker und Kollegen solange die Ohrmuschel blutig blubbern, bis auch Sie gewillt sind 40 Ocken für eine Erweiterung abzudrücken, die ähnlich attraktiv ist wie eine Darmspülung mit Hilfe von reichlich Cola und Mentos.
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Nachdem, was man bisher so auf den Videos sieht, bleibt Blizzard übrigens seinem bereits aus der ersten Erweiterung (The Burning Crusade) bekannten Konzept treu – "Sucht ersetzt Content". Wer recycelt spart halt viel Geld – ich bin mir sicher, wir werden wieder ganz viele alte Monster und Gegenstände in neuen Farben sehen – das ist doch super! Ok, wenn Sie farbenblind sind, dann ist das jetzt scheiße, aber was soll's. Letztendlich ist doch heute schon absehbar, dass sich WotLK bei der Fachpresse wieder Bestnoten abholen wird, denn wie ließ Tobias Wüst von Gamona.de bereits zu einer Zeit verlauten, als man sich bei Blizzard zwischen Frühstück und Morgenschiss gerade mal ein paar Gedanken über die neue Erweiterung gemacht hatte und außer ein paar Konzeptzeichnungen noch nichts weiter existierte: "Die Sensation ist zwar ausgeblieben, trotzdem dürfte auch Wrath of the Lich King die blizzardsche Tradition gelungener AddOns fortführen." Meinereiner fragt sich da doch direkt, woher Graf von Klug und zu Scheiß das damals schon so genau wissen wollte, dass das mal wieder ein gelungenes Addon wird. Ah so, klar... man kennt ja bereits die Vorarbeit, die Blizzard so abgeliefert hat und schon bei The Burning Crusade (kurz TBC - ja genau, wie die Abkürzung für Tuberkulose...) hatte die Arschkriecher-Presse bei Blizzard ja dermaßen die Klinken geputzt, dass die Leserschaft, angesichts solchen Glanzes, geradezu geblendet war… und immer noch ist. Inzwischen könnte Blizzard wahrscheinlich sogar leere Verpackungen als Erweiterung für WoW auf den Markt bringen und die Presse würde auch diese mit dem Prädikat "besonders viel neuer Inhalt" absegnen. Denn Entwickler von Blizzard sind anders als die anderer Firmen. Wenn Sie ein Entwickler von... sagen wir mal Sony Online Entertainment sind... und lassen während der Pressekonferenz laut einen fahren, dann hält sich die anwesende Presse die Nase zu und wendet angewidert das Gesicht ab. Wenn Sie aber Entwickler von Blizzard sind und lassen's so richtig saftig krachen, dann hört man die anwesenden Journalisten wie sie eifrig und begeistert schnuppern und dann sowas sagen wie "hmmm... hmmm... riecht der aber lecker!" Mehr von WotLK gibt's dann in der ersten Woche nach dem Release. Da haben Sie dann eh mehr Zeit, weil die Server sowieso dauernd unten sind oder das Spiel, dank Zonenüberfüllung, unspielbar ist.
Warhammer Online - Review Vorwort Eigentlich wollte ich ja noch ein paar Witze über Age of Conan (kurz AoC) einbauen, aber die hab' ich mir dann doch gespart, denn wie heißt es so schön: Du sollst nicht schlecht über die Toten sprechen. |
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Ja, das ist schon ein Graus mit den MMOs heutzutage – die Kreditkarte hat Age of Conan noch nicht richtig verkraftet, da zeichnet sich schon die nächste Kundenverschauklung mit Einkommenseinbusse auf Konsumentenseite ab: Warhammer Online – Age of Reckoning (kurz WAR). Denjenigen unter Ihnen, denen WAR nichts sagt, empfehle ich, die Gruft auch mal zur Konsultation des Internets und nicht nur zum Blutsaugen zu verlassen. Um es kurz zu machen – WAR sieht im Großen und Ganzen nicht nur genau wie World of Warcraft aus, sondern kopiert auch die Spielmechanik des großen Blenders bis ins kleinste Detail. So nach dem Motto "Besser viel geklaut, als Leute fürs Gamedesign eingestellt" verlässt man sich bei Mythic darauf, dass WoW die potentielle Kundschaft schon so flau in der Birne gemacht hat, dass die den nahtlosen Übergang zu WAR gar nicht erst bemerkt. Ich weiß, ich weiß… einige von Ihnen werden jetzt gleich empört aufschreien und irgendwas von "Warhammer lange vor Warcraft" sülzen und ja, ich gebe zu, das stimmt auch – die Warhammer-Lizenz existiert bereits seit Anfang der 1980er Jahre. Dennoch ist aber faktisch unübersehbar, dass WAR inhaltlich so gut wie gar nichts mit dem gleichnamigen Tabletop oder etwa dem Pen & Paper Rollenspiel namens Warhammer zu tun hat, dafür aber eben sehr viel mit dem MMO der Firma Blizzard. Damit die reibungslose Assimilation von Story und Content gelingt, war man ganz offensichtlich sowohl bei Mythic als auch bei Games Workshop bereit, mal so eben 26 Jahre Warhammer-Lore über Bord zu werfen, denn was der Entwickler von Dark Age of Camelot uns hier als authentische Repräsentation des Warhammer-Universums verkaufen will, hat damit genauso viel zu tun wie Lolo Ferrari mit natürlicher Schönheit. |
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Und weil eben die Ähnlichkeit zwischen WoW und WAR schon dermaßen auffällig ist, dass man hier von inzestuösen Familienverhältnissen sprechen kann, wird sich im folgenden Text auch so der ein oder andere WoW-Vergleich finden - darum, und natürlich weil sich die ganzen Fanboys da immer so drollig aufregen und so niedlich mit ihren kleinen, verkrüppelten "Ich hab' mich seit dem Start von WoW im Februar 2005 nimmer bewegt"-Beinchen aufstampfen, wenn man das macht. |
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Retrospektive Aus heutiger Sicht wirkt es nahezu oberpeinlich, wie sehr man sich bei Mythic angestrengt hat ständig zu betonen, wie absolut "AWESOME!!!" das alles sein würde, wenn man's denn irgendwann mal auf die Menschheit loslässt. Speziell beim Creative Director Paul Barnett hatte man immer so den Eindruck, dass dem die lange Entwicklungszeit langsam aber sicher auf's Gehirn schlägt. Was bei den ersten Videoauftritten von Barnett noch putzig war, hat am Ende eher ein Gefühl der Fremdscham beim Zuschauer hervorgerufen. Wann und wo auch immer Jeff Hickman (Senior Producer) und Barnett zusammen die Werbetrommel für dieses "AWESOME!!!" Game rührten, sah das Ganze aus wie die Augsburger Puppenkiste auf Ecstacy. Wild sprangen Jim Knopf und Urmel aus dem Eis da vor einer überdimensionierten Videoleinwand hin und her, als ob der Puppenspieler, der die Strippen zieht, gerade einen epileptischen Anfall hat. Das Wort "AWESOME!!!" fiel in jedem Satz mindestens dreimal, weil man ja nicht nur sich selbst, sondern auch die Presse, die unten im Publikum saß und die tausendste, stinklangweilige Powerpointpräsentation von WAR über sich ergehen lassen musste, krampfhaft überzeugen wollte. Als Zuschauer fühlte man sich dabei schon dermaßen peinlich berührt, dass man ständig nachschaute, ob nicht doch einer der Nebenleute seine Hand bei einem in der Hose hatte. Jeden Moment musste man befürchten, dass einer der beiden, angesichts der absoluten und totalen "AWESOMNESS!!!" des Games, anfängt mitten auf einer Spielemesse mit der Powerpointpräsentation von WAR zu kopulieren. Wen genau Barnett und Hickman mit diesen und anderen Possen ansprechen wollten, ist mir bis heute schleierhaft. Ich befürchte aber fast, dass speziell Barnetts Bühnenzauber für IQ-Wichtel bei den Vertretern der Fachpresse so gut ankam, dass wir den in Zukunft noch öfter sehen werden... müssen. |
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Aber einmal von diesen Peinlichkeiten abgesehen war ich eigentlich immer optimistisch, dass WAR eine runde Sache werden würde. Die Entscheidungen, die man bei Mythic traf, klangen für meine Ohren erstaunlich logisch – auch, dass man die Veröffentlichung von WAR mehrmals verschob, machte mich nicht wirklich misstrauisch… bis dahin dachte ich immer: "Hey, die Jungs von Mythic meinen es wirklich ernst und haben genau die Cojones in der Hose, die man braucht, wenn man den Marktführer angreifen will". Tja, und dann kam der August. Plötzlich gab Mythic bekannt, dass man vier Klassen hatte streichen müssen und von ursprünglich sechs geplanten Hauptstädten würden zum Release vorerst nur zwei implementiert sein (Big LOL mal an dieser Stelle… zwei von sechs Hauptstädten... wieso nicht gleich eine? So für Ordnung und Zerstörung eine halbe jeweils…). Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde auch mir klar, dass man bei Mythic bereits dabei war der Kuh die Schlittschuhe anzuschnallen, die man dann am 18. September aufs noch viel zu dünne Eis schupsen würde… |
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Die vier restlichen Hauptstädte wird man selbstverständlich irgendwann dann mal fertig stellen, wenn das Spiel erst auf dem Markt ist, ließ Mythic verlauten. Nee, is' klar – wie sehr sich Entwicklerfirmen an ihre Versprechen halten, konnte man ja schon bei Blizzard beobachten. Die ursprünglich bereits für das Originalspiel vorgesehnen Belagerungsmaschinen kommen ja schließlich jetzt auch… mit der neuen Erweiterung Wrath of the Lich King und somit mit nur vier Jahren Verspätung! Bei der Genauigkeit, mit der man sich bei Mythic darum bemüht die Arbeitsweise von Blizzard zu kopieren, ist zu befürchten, dass man auch deren Arbeitstempo gleich mit übernehmen wird. Man begründete die Entscheidung zunächst übrigens damit, dass bis zum Release einfach nicht genug Zeit bliebe, um alle Städte in vernünftiger Art und Weise fertigzustellen. Gute Ausrede eigentlich! Probieren Sie das doch einfach auch mal auf der Arbeit, in der Schule oder der Uni – wenn Sie der Boss fragt, warum im Bericht die Hälfte fehlt oder der Lehrer, warum Sie die Hälfte der Hausaufgaben nicht gemacht haben, dann sagen Sie einfach: "Zeit war zu knapp, um alles ordentlich hinzubekommen, deshalb hab ich nur ein Drittel gemacht, das ist dafür aber top!"
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Gut, jetzt hätte man sich einfach ein bissel anstrengen und die bis zur Veröffentlichung des Spiels noch "great" machen können, denken Sie jetzt vielleicht. Ich möchte aber in diesem Zusammenhang nochmals auf die Zeit hinweisen, die Mythic ganz offensichtlich ähnlich schnell davonlief wie Funcom die Kundschaft (verdammt, ich wollte doch eigentlich nix über AoC sagen… na ja, was soll's...). Immerhin, die heraus-geschnittenen Klassen, die man einfach nicht besser hinkriegen konnte, kommen jetzt doch… Die ersten beiden sogar schon im Dezember, ganz umsonst und mit allem Zipp und Zapp. Da ist man natürlich bei Mythic mal wieder stolz drauf wie klein Lieschen Müller auf die erste Menstruation. Mich wundert nur, dass man die so ganz plötzlich, jetzt wo der Release rum ist, "AWESOME!!!" hinbekommt. Wie ist das jetzt auf einmal möglich? Ich dachte die gingen einfach nicht besser? Was ist denn jetzt da passiert, dass das nun doch geht? Hat der Lead-Designer sein verloren geglaubtes Medikament gegen die chronische Hirnunterfunktion wieder gefunden oder wie? |
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Im Kielwasser der dubiosen Content-Kürzungen wurden die Interviews mit Mark Jacobs immer grotesker. Offensichtlich fand man es nämlich bei Mythic spaßig, dass sich viele Anhänger des Spiels darüber aufregten, dass die Entwicklerfirma Inhalte gleich zonenweise strich:
Na, da freuen wir uns doch, dass Mark "we just couldn't get him great" Jacobs was zu lachen hat. Und dass der Mark Humor hat, das beweist er uns ja eigentlich immer, wenn er mal wieder selbst ein Statement abliefert. Zumindest ich hielt vieles von dem, was sich der Mark da anlässlich der großen Hirnschmelze 2007/2008 zusammenfantasiert hat anfänglich für einen Scherz, bis ich dann gemerkt habe, dass der diese logikamputierte Argumentation, die er sich da zurechtklabautert hat, wirklich glaubt. Stattdessen gibt's reichlich Blindflanschrhetorik nach dem Motto "Denken stört beim Reden" – glauben Sie mir immer noch nicht? Na, dann schauen Sie sich doch einfach die Videos an, in denen uns Mark Jacobs das Handwerk in WAR erklärt. Da wird schnell klar, dass man bei Mythic wohl der Meinung ist, man müsse den dümmsten Unsinn nur überzeugend genug vortragen, dann würde einem auch geglaubt. |
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Angeblich, so Jacobs, müsse man in anderen MMOs oft grinden, um seine Handwerksfertigkeiten zu verbessern und das sei langweilig. Außerdem könne man nur Dinge herstellen, die andere auch herstellen könnten und daher nichts wert seien. Danach erklärt uns der Mark, der zwar ganz sympathisch ist, mit seinem Goldkettchen aber so ein bisschen aussieht, als ob auf dem Kiez ein paar Nutten laufen hat, wie das Ganze bei WAR funktioniert. Dabei strahlt er soviel gute Laune und Optimismus aus und bedankt sich am Ende des Filmes auch gleich so oft für das Interesse der Spieler, dass man ihm nur allzu gerne abnimmt, dass das alles "AWESOME!!!" ist. Schaut man sich den Videoclip zum zweiten Mal an, dann wird einem jedoch schnell bewusst, dass hier alles Mögliche erklärt wurde, nur nicht, wie man die angesprochenen Probleme in den Griff bekommen will. WAR hat bisher lediglich zwei wirkliche Handwerksfertigkeiten im Angebot: Pharmazie (so etwas wie Alchimie, also das Herstellen von Tränken, usw.) und Talismanherstellung (das Herstellen von magischen Devotionalien… die Warhammer-Version von Lourdes-Wasser, Holzsplitter vom Kreuze Christi, Zehennägel vom Papst und ähnliche Touristenabzocke halt). Das soll alles super töfte und megaklasse sein und man soll es quasi so nebenbei erledigen können, ohne dass es etwa viel Zeit in Anspruch nimmt. |
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So, und jetzt erzählen Sie mir doch bitte mal, wie das dazu führen soll, dass die selbst hergestellten Dinge in WAR mehr wert sind als der zusammengebastelte Schund in anderen MMOs. Da kann man Mark Jacobs eigentlich nur beglückwünschen, dass er selbst nicht den Dünnschiss im wirklichen Leben hat, den er da versucht uns Zuschauern in seinen Videos und Interviews weiszumachen – er käme nämlich vom stillen Örtchen so schnell nicht mehr runter – das steht mal fest.
Mit "That is a opportunity and we are going to try and make the most of that" meint der Mark natürlich Kohle, Asche, Knete, Penunsen, Micky Maus Taler, Cash oder einfach nur Geld. Denn das hat eigentlich bei WoW schon gut funktioniert. Da serviert man ja den Spielern auch den Content scheibenweise, in einer Dicke, die sich stark an Transparentpapier annährt. Man denke nur an die Tatsache, dass Blizzard nach vier Jahren jetzt mit der ersten Heldenklasse angedackelt kommt, von denen man bereits in der WoW-Beta geschwafelt hat… Interviews mit Mark bekamen im Vorfeld der Veröffentlichung, so scheint es zumindest, vor allem die Vertreter der Presse, die sich auf besonders erniedrigende Art anbiederten:
Macht Sinn, oder? Sie greifen den Kongo an, wenn sie in Bagdad einmarschieren wollen… Hat der George W. Bush ja auch so gemacht. Der hat erst mal in Afghanistan die Kuh fliegen lassen, obwohl er eigentlich den Irak rundmachen wollte... gut, beim alten George streiten sich bis heute die Gelehrten, ob das jetzt Taktik war oder sich die Truppen einfach nur verfahren hatten. Aber so im Prinzip lief das schon ganz ähnlich...
Na, da haben wir aber noch einmal Glück gehabt, dass man sich bei Mythic in der Entwicklungsabteilung lieber drei Jahre lang auf dem Drehstuhl schwindlig gemacht hat, anstatt ein paar Gedanken über das eigene Spiel anzustellen – sonst wäre dieser WoW-Abklatsch am Ende noch bekloppter geworden, als er eh schon ist. Das muss ja ein super Entwicklungsplan gewesen sein, wenn das halbfertige Spiel mehr hermacht als das geplante Endprodukt.
Bin ich eigentlich der einzige, dem dieses konstante Gequatsche von RvR, Wälzer des Wissens und Öffentlichen Quests verschärft auf die Nerven ging? Was genau soll daran so neu oder etwa innovativ sein, dass man das in jedem Interview unterbringen muss? Ich sehe bisher in WAR kaum etwas, das man nicht genau so oder ähnlich bereits in anderen MMOs gesehen hätte. Was ich bisher allerdings noch nie zuvor erlebt habe ist, dass sich ein Entwickler so an alle verschiedenen Arten von Spielern zugleich rangeschleimt hat. Denn WAR würde selbstverständlich so "AWESOME!!!" sein, dass es alle Spieler gleichermaßen anspricht. Egal, ob PVE oder PVP, Casual oder Hardcore, Homo oder Hetero, Dick oder Doof, Fix oder Foxi, Porno oder Duplo – für absolut jeden Geschmack würde da was dabei sein. Das behaupten übrigens alle Hersteller in der MMO-Branche, wahrmachen konnte dieses Gefasel, welches vor allem dazu dient, dass möglichst viele Kunden den Geldbeutel aufmachen, allerdings noch niemand. Dass dies nun ausgerechnet einem Unternehmen gelingen sollte, dass es nicht mal fertigbringt O von Q zu unterscheiden ist natürlich extrem wahrscheinlich… nee, is' klar… und Wasser ist nass, damit es nicht so staubt, wenn die Schiffe bremsen... Wie das offizielle EA-Mythic-Maskottchen, Paul Barnett, bereits am 29. Juli einem Redakteur des Magazins Videogaming247 verriet (von denen hat ja wohl auch keine Sau bisher was gehört…), war WAR schon zu diesem Zeitpunkt bereit ausgeliefert zu werden. Man bastle halt im Moment noch so ein bisschen dran rum, so Barnett damals, aber theoretisch könne man das den Leuten schon jetzt in die Wichsgriffel drücken. Auf der E3 habe man jedenfalls so ziemliche alle Preise abgeräumt, die wo gehen. Alle, die WAR beäugeln durften hätten die Bauklötze gleich wolkenkratzerweise gestaunt und zugegeben, dass sie so eine komplette und allumfassende "AWSOMNESS!!!" vor Release eines MMOs überhaupt noch nie gesehen hätten, meinte Barnett bereits eineinhalb Monate vor der Veröffentlichung. |
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Collector's Edition, Headstart und Open Beta
Der 7te, zur Information für alle Unwissenden, war der Tag des Open-Beta-Beginns. Und da darf man ruhig auch als kritischer Mensch, wie ich einer bin, applaudieren und zugeben, dass das doch mal ne Ansage ist… wenn man nicht insgeheim gewusst hätte, dass es sich auch hier um widerwärtiges Rumgeschleime handelt, welches nur so lange Gültigkeit besitzt bis man möglichst viele Vorbestellungen abgestaubt hat. Und so gab man sich im Vorfeld bei GOA auch möglichst großkotzig. Jegliche Kritik sowie begründete Bedenken der Kunden wies man in freundlichem, aber bestimmtem Ton zurück und zwar in Statements, die sich allesamt mit den Worten "Fick dich!" zusammenfassen lassen:
Was soll ich Ihnen noch groß erzählen – alles kam exakt so, wie von Kharen (dem besorgten Kunden im obigen Post) vorhergesagt. Zuerst ging die Registrierung des Beta-Schlüssels auf der Website nicht, dann ging der Patcher nicht… alles halt genau so, wie es heute im Handbuch Wochenendbelustigung für gelangweilte MMO-Entwickler vorgeschrieben ist. Eine Error-Meldung jagte die nächste, letztendlich wurde die Registrierung komplett abgeschaltet. Wer also noch keinen Account hatte, der durfte halt in die Röhre gucken, auch wenn er vorbestellt und sich damit einen "garantierten Zugang zur Open Beta" erworben hatte. Ja, denn auch der Zugang der "Open Beta" war beschränkt, es war sozusagen eine Closed Open Beta, für die es eine begrenzte Anzahl von Zugangsschlüsseln gab. Am Ende wurde es dann aber dadurch, dass Mythic so viele Beta-Keys auf den Markt warf, dass auch jeder der wollte so zwei bis drei bekam, dann doch eine Open Closed Open Beta… also außer Sie gehörten jetzt zu denjenigen, die sich nicht registrieren konnten oder dauernd eine Fehlermeldung erhielten – in dem Fall war es selbstverständlich eine Closed Open Closed Open Beta.
"Equal does not mean identical"... ja sicher doch... kann mir mal einer erzählen, was genau das für ein Zaubertrank war, in den IainC in seiner Kindheit gefallen ist? Das glitschige Glanzlicht dieser Schmierenkomödie namens WAR-Open-Beta setze selbstverständlich dann wieder einmal IainC von GOA (Großkotz ohne Ahnung... und dazu noch lästig wie Bruno, die Scheißhausfliege – super Mischung), der die Empörung einiger Beta-Tester darüber, dass man nicht auf sie gehört hatte, obwohl diese GOA das Beta-Kuddelmuddel vorausgesagt hatten, so gar nicht nachvollziehen konnte: |
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Verstehen Sie mich jetzt nicht falsch – schon vor Jahren haben MMO-Entwickler so getan, als seien ihre Kunden irgendwas, in das sie gerade eben aus Versehen reingetreten sind – SOE ist da das beste Beispiel – dass das aber jemand dermaßen konkret verbal formuliert ist neu. Und weil man so was zwar denken, aber nicht laut sagen darf, wurde IainC auch prompt von ganz oben abgewatscht – lustig Mark meldete sich zu Wort und ließ verlauten, dass er IainCs Aussagen nicht so wirklich witzig fand. Wenn Sie mich fragen, gehört so jemand, reichlich mit Arschtritten bedacht, vom Hof gejagt. Denn im Umgang mit Kunden hat IainC, in dessen Kopf ganz offensichtlich Ost- und Westwind um die Wette pfeifen, sicher nichts verloren, wenn er ein bisschen Hitze nicht vertragen kann.Immerhin – mit nur vier Tagen Verspätung hat man's dann auch bei GOA hinbekommen, dass jeder, der einen Key hatte, endlich an der Beta teilnehmen durfte – nur gut, dass die Open Beta volle sieben Tage dauerte. Inzwischen zeigt sich jedoch, dass GOA nichts gelernt hat, sondern immer noch glaubt, Kunden seien eine lästige Notwendigkeit im Dienstleistungsgewerbe. Gab man sich während der Open Beta zumindest noch ein wenig Mühe, fällt man nun, da man die Kohle sicher hat, wieder in alte Gewohnheiten zurück. Das "Herunterrotzen" der Server ohne vorherige Warnung ist zum Beispiel eine Angewohnheit, die GOA möglichst schnell ablegen sollte. Und wenn man schon dabei ist, sollte man auch gleich versuchen solche Geisterfahrer auf der Intelligenz-Autobahn von Verstand zu Sprachzentrum wie IainC loszuwerden. |
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So, und jetzt kommt der absolute – Warhammer, möchte man fast sagen – Vorbesteller der Collector's Edition durften vier Tage vor der Veröffentlichung die Server stürmen und Vorbesteller der normalen Edition ganze drei Tage. Damit unterbot Mythic mit seinem "Headstart" sogar die knauserigen sechs Tage des "AoC-Early-Access". Limitiert war das Ganze auch nicht, man hätte also auch am 15. September einfach die Server für alle öffnen können, denn welchen Sinn macht bitte schön ein "Headstart", wenn sowieso jeder daran teilnehmen kann…? Was soll's, immerhin verlief der Headstart nach Plan – man hatte sein Waterloo ja schon bereits in der Open Beta erlebt. |
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Außerdem dabei: "Die Kunst von Warhammer Online"… ein Artbook halt. Das kennt man ja inzwischen – einmal reinschauen, dann in den Schrank stellen und zustauben lassen. Immerhin können Sie sich darin die Konzeptzeichnungen zu den Klassen und Städten anschauen, die eigentlich im Spiel drin sein sollten. Und zum guten Schluss gab's auch noch eine Zinnfigur von Games Workshop, selbstverständlich in Einzelteilen und unbemalt… ein kaputtes Figürchen aus giftigem Metall – wer wünscht sich das nicht? Vielleicht hätte man ja, statt diesem ganzen wertlosen Ramsch auch mal was in eine CE packen können, was für die Spieler wirklich einen Nutzen hat. Also beispielsweise ein paar Kotztüten, wenn einem angesichts der totalen Einfallslosigkeit des Spiels später schlecht wird. Ach so… natürlich, die Ingame-Gegenstände, ich vergaß… ja, die sind selbstverständlich super – super scheiße halt. Ich will Ihnen jetzt Details ersparen, aber zusammenfassend kann man wohl sagen, dass der Großteil der Gegenstände den Platz im Rucksack nicht wert ist, den sie verbrauchen. Getopt wird das Ganze aber durch die 12 Bonus-Köpfe, denn als Besitzer der CE dürfen Sie Ihrem Avatar eine von 12 exklusiven Renderrüben auf den virtuellen Luxuskörper stülpen - immer vorausgesetzt, es macht Ihnen nichts aus, wenn Sie die anderen Spieler hinter ihrem Rücken auslachen. |
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CharaktergenerationDie Charaktergeneration… *seufz*… Erinnern Sie sich noch dran, dass ich mal LotRO's (Der Herr der Ringe Online) Charaktererschaffung als rudimentär bezeichnet habe? Ok, wem will ich was vormachen – natürlich nicht, den Bericht hat eh keine Sau gelesen… wie dem auch sei, ich habe eigentlich nicht geglaubt, dass wir in einem zukünftigen MMO wieder etwas ähnlich Primitives sehen würden. So kann man sich täuschen. Um's verkürzt zu beschreiben: Welchen Avatar Sie sich auch immer zusammenbasteln, am Ende sehen die in WAR alle gleich scheiße aus. Details kann man erst gar nicht beeinflussen, stattdessen gibt's so vier bis fünf Standard-Hackfressen, denen man dann noch einen Kaiser-Wilhelm-Bart oder Räuber-Hotzenplotz-Schnurres anpappen darf und das war's… Frauen dürfen sich alternativ ein entzündetes Piercing oder auch zwei ins Gichtgesicht hängen oder sich ein "Fick Mich"-Tattoo auf die Stirn kleistern. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Grafiker, der für die Erscheinung der Avatare verantwortlich ist, offenbar einen Geschmack hat der irgendwo zwischen Frankensteins Braut und Elefantenmensch anzusiedeln ist. Viele Gesichter sehen aus wie ein Pfund Gehacktes und viele Frisuren als hätten zwei schwule Vögel ein Nest gebaut. |
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Innovation: Null und fallend. Wenn Sie im Spiel dem Avatar gegenüber nicht gerade einen Eskimokuss verpassen, dann werden sie Unterschiede zu anderen Avataren kaum ausmachen können. Aus ein paar Metern Ingame-Entfernung sehen nämlich alle Avatare einer bestimmten Rasse annähernd gleich aus. Mein Rat: Wenn Sie nicht aussehen möchten wie ein transsexueller Matrose auf Landurlaub oder Tante Trude aus Buxtehude nach dem Gangbang, dann spielen Sie eine Grünhaut – zumindest die sind einigermaßen gelungen… und viel hässlicher als die anderen Rassen sind sie auch nicht. Womit wir auch schon beim nächsten Problem wären. Denn auch was die Attraktivität der beiden Seiten des Konflikts angeht hat man sich bei Mythic nicht gerade mit Ruhm bekleckert, da die Ordnung ungefähr so sexy ist wie Omi mit Stützstrümpfen. |
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Aber WAR hat auch seine guten Seiten, was das Aussehen der Avatare angeht. Das muss an dieser Stelle mal ganz deutlich gesagt werden. Im Gegensatz zu WoW sehen diese nämlich im Endgame recht cool aus und nicht wie Pumuckls schwuler Schwippschwager nach der Elektroschockbehandlung. Dafür verantwortlich sind die durchaus hübschen Rüstungssets, die man, wie den ganzen Rest auch, aus WoW übernommen hat. Hätte man denen nicht solche Trümmertexturen verpasst, die bei näherem Hinsehen den Eindruck machen, als sei dem Designer kreative Antimaterie über die Konzeptzeichnungen gelaufen, dann wäre das jetzt echt mal etwas gewesen, was man hätte loben können. |
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Immerhin kann man in WAR seine Rüstung einfärben. Eigentlich ein klasse Feature, hätte man die Palette, welche die NPCs in WAR offerieren, nicht auf Farben wie „zurückgewürgtes Brackwasser“ und „Babynahrung, Alete erbrochen“ beschränkt.
Animation |
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GameplayDas Problem ist, dass WAR irgendwie von allem weniger hat als alle anderen Games: weniger Rassen, weniger Hauptstätte, weniger Stufen, weniger Handwerksfertigkeiten… ok, Klassen da hat man angeblich mehr, das Problem ist bloß, dass die sich dermaßen langweilig spielen, dass man nach zehn Minuten WAR Probleme hat die Augen offenzuhalten – ich jedenfalls bin schon mehrmals eingepennt und hab' mir im Schlaf die Tastatur zugesabbert. Noch wesentlich stärker als bei WoW hat man dafür gesorgt, dass auch Menschen mit Einschränkungen, also zum Beispiel solche, die im Koma liegen oder bei Ten Ton Hammer arbeiten, das Spiel völlig problemlos spielen können. Dynamik und Komplexität des PVE-Spiels verdienen somit das Prädikat "auch spielbar von halben Grillhähnchen". Bei meinem Ork (Stufe 31, Closed Beta) reichte das wiederholte Drücken von vier bis fünf Hotbuttons vollkommen aus, um Gegner gleicher Stufe in Rekordzeit ins virtuelle Nirvana zu schicken. Der Kampf in WAR, sowohl PvE als auch PvP, verkommt zum drögen Knöppedrücken für Fortgeschrittene. Sich eine Fahrkarte an einem Automaten der Bahn zu ziehen ist deutlich anspruchsvoller und die Knöpfe reagieren in aller Regel auch schneller. Die ganzen asiatischen Athleten, die sich nach Olympia nun wieder ihren Lebensunterhalt als MMO-Goldfarmer verdienen müssen, wird's glücklich machen, da WARs "übersichtliches" Kampfsystem die Botprogrammierung äußerst vereinfachen dürfte. Ja, da freuen wir uns doch jetzt schon drauf, wenn's wieder heißt: "ni hau! du wolle gold kaufe? habe klein penis? du brauche epic mount – mache größer!" Das wird ein Spass… |
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WARs Klassen sind einfach zum Gähnen. Mal von der dubiosen Auswahl abgesehen, ist die Art und Weise wie diese sich spielen schlicht stinklangweilig. Fast jede Fertigkeit, die der Charakter im Laufe der Zeit erlernt, hat direkt oder indirekt irgendetwas mit Schaden oder Heilung zu tun. Die sogenannten "Gebrauchsfertigkeiten", also jene Fertigkeiten, die einer bestimmten Klasse ihr Profil verleihen, sucht man in der Regel vergeblich (zum Beispiel das Herbeibeschwören anderer Spieler durch einen Hexenmeister in WoW). Stattdessen wird man mit Fertigkeiten nach dem Schema "verursacht xxx Schaden" oder "heilt für xxx" zugeballert, je nachdem, ob man nun gerade eine offensive oder defensive Klasse spielt. Natürlich hat man sich auf diesem Gebiet nichts, aber auch absolut nichts Neues einfallen lassen, sondern einfach nur althergebrachte Mechanismen aus anderen MMOs übernommen – dass WoW hier in verstärktem Maße Pate stand, versteht sich von selbst. Mir schläft schon wieder die Maushand ein, wenn ich nur an diesen Fingerfick denke, den Mythic als Gameplay bezeichnet.
Ich kann gar nicht genug betonen, wie sehr die absolute Gleichförmigkeit der Klassen dieses Spiel kaputtmacht. Stellen Sie sich vor man würde sämtliche Klassen in WoW ihrer sie definierenden Aspekte und Fertigkeiten berauben - also Hexenmeister ohne Furchtzauber und Gesundheitssteine, Jäger ohne Fallen, Schamanen ohne Totems, Paladine ohne ihre Schildzauber – was dann dabei herauskäme wäre WAR. Alle Klassen machen entweder Schaden oder einen Mix aus Schaden und Heilung. Das war's dann. Schaden Spielerfraktion x - Heilung Spielerfraktion y > Schaden Spielerfraktion y – Heilung Spielerfraktion x = PWNED! Überhaupt hat man in WAR alles, was man bereits aus WoW kannte, noch einmal ein gutes Stück weit simplifiziert. Rasten muss man gar nicht mehr und das Verbinden der Wunden fällt auch flach, weil sich die eigene Lebensenergie nach dem Kampf in Rekordzeit wieder auffüllt. Auch das Warten auf das Wiedererscheinen getöteter Gegner hat man derart verkürzt, dass es ähnlich lange dauert, wie das Liebesspiel von Teenagern, die zum ersten Mal Sex haben – also zwischen einer halben und einer ganzen Minute. Oder einfacher gesagt, die Respawnrate als saudämlich zu bezeichnen geht im Falle von WAR fast noch als Kompliment durch. |
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Auch klasse gelungen ist das Aggro-Verhalten der Mobs. Diese sind nämlich für ein Spiel, in dem es vornehmlich um Krieg geht, im Allgemeinen recht zahm geraten. Für Sie als Spieler ist das natürlich super. In WAR kann daher Ihr Ork einem Hochelfen unter Zuhilfenahme seiner Zweihandaxt eine Intimrasur verpassen, ohne dass seine Langohrkumpane, die ein paar Schritte entfernt stehen und sich die Eier schaukeln, irgendwelche Anstalten machen da einzugreifen. Wie kein anderes Unternehmen zuvor hat es Mythic versäumt die Bestie Kreativität aus der Höhle zu locken... vielleicht hätte man mal einen frischeren Köder nehmen sollen als das vier Jahre alte WoW. Statt Innovation bietet WAR Konzepte an, die bereits so assbachuralt sind, dass das Ganze schon was von Leichenschändung hat. Wenn ein Faultier vom Baum fällt, dann legt es dabei in aller Regel mehr Kreativität an den Tag als das Mythic bei der Programmierung dieser MMO-Müllhalde für ausgelutschte Armleuchterkonzepte aus der Computerspieleentwicklerkrabbelgruppe getan hat. |
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Von RvR, öffentlichen Quests und dem Wälzer des WissensScheiß die Wand an! Was hat Mythic einen Balztanz aufgeführt, um diese Features Marke "Minimalinnovation" zu pushen. Na ja, fangen wir mal mit dem RvR an… Realm vs. Realm… oder auch Reich gegen Reich… hehe, da kennen wir Deutschen uns doch aus, müsste uns doch eigentlich gefallen – Problem ist halt nur, dafür ist das alles wiederum einfach nicht organisiert genug. RvR klingt einfach cooler als Zerg, im Grunde ist es aber mehr oder weniger der gleiche Ringelpietz. Schlecht ist das nicht wirklich, einen gewissen Spaßfaktor möchte ich dem auch nicht absprechen, das von Mythic versprochene Viagra für's Zockergenital ist es aber eben auch nicht. Ja, ja, man hat's aber auch als Spielentwickler nicht gerade leicht mit dem ganzen überkritischen Gamerpack. Viele Spieler gehen viel zu negativ an ein neues Spiel ran. Nehmen Sie zum Beispiel Mythics Aussage man könne Stufe 40 auch nur mit Hilfe des PvP-Spiels und ganz ohne Monstermeucheln erreichen. Da mögen Sie jetzt in Ihrer pessimistisch-negativen Art fragen: "Ist das denn wirklich möglich?". Die korrekte Frage ist allerdings: "Haben Sie die nächsten zehn Jahre außer WAR schon was vor?". Wenn die Antwort bei Ihnen "Nein, meine Existenz habe ich mir bereits zu meiner WoW-Zeit ruiniert" oder so ähnlich lautet, dann dürfen Sie sich jetzt freuen und schon mal den Katheter einführen – Sie werden sich nämlich die nächsten paar Jahre nicht mehr aus Ihrem Schreibtischstuhl erheben müssen! |
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So, was gibt es noch zum PvP zu sagen...? Ah, ja – Balance! Wie ein Hochseilakrobat nach dem Genickbruch. Einfach abartig wie Mythic diese völlige Abwesenheit von Balance, was die Stärke der einzelnen Klassen anbelangt, trotz intensivem Betatest dann doch noch hinbekommen hat. Aber macht ja nix, man hat ja jetzt reichlich Zeit da ordentlich dran rumzuschrauben und das den Leuten dann als "neuen" Content zu verkaufen. So ein Bohei ums PvP veranstalten und dann ist eine Ausgewogenheit zwischen den Klassen noch nicht einmal ansatzweise vorhanden? Respekt – da hätte sich selbst Funcom wahrscheinlich noch anstrengen müssen, um das so hinzubekommen. Überhaupt - die beiden Unternehmen, Funcom und Mythic, die sollten sich echt zusammentun und einen Friedhof für gebrochene Versprechen und bekloppte Ideen eröffnen, da würden sie wahrscheinlich mehr Kohle mit machen wie mit diesen Online-Unfällen Marke "noch an Ort und Stelle verstorben". Auch ganz was Exquisites aus der gruseligen Ideengruft, die Mythic zuweilen aufgemacht hat, um die Logik-Leichenfresser und Gaga-Ghule aus der Designabteilung auf das Spiel loszulassen ist die sogenannte Chicken-Mechanik. Betritt man nämlich als Charakter in WAR ein Gebiet, in dem man für den PvP-Kampf geflaggt wird, so wird man umgehend in ein Hühnchen verwandelt, sollte die eigene Stufe schlicht zu hoch sein. Zugegeben – grundsätzlich ist der Gedanke ja gar nicht so schlecht, dass hochstufige Charaktere nicht in der Lage sein sollten Newbies zu töten, aber wie so oft, hat sich Mythic einmal mehr für die Griff-ins-Klo-Variante aller möglichen Problemlösungen entschiedenen... |
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Die Hauptstädte |
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QuestsWarhammer, das heißt für mich für allem Originalität – und genau hier patzt WAR so richtig dolle. Das, was dort an Story geboten wird ist der übliche Mix aus Fantasy-Klischees und kindischem Humor a la WoW, den ich geradezu unerträglich finde. Die Quests sind gelinde gesagt einfach nur schlimm. Ich habe echt versucht mir die Texte durchzulesen, musste aber einfach nach einiger Zeit aufgeben, weil ich Sätze wie "Hallo Moxiboo, wir müssen das Imperium unterwerfen! Geh und töte zehn Ratten!" noch nicht mal mehr besoffen ertragen kann. Diese ganzen, völlig fragmentierten Miniquests, die vom Storyniveau noch unter dem eines Arztromans liegen, bin ich einfach nicht mehr gewillt mir anzutun. Ich will gar nicht mal bestreiten, dass es sicherlich auch in WAR so das ein oder andere Juwel an Quest gibt, dieses zu finden gleicht aber der Suche nach dem heiligen Gral. Mythic hätte gut daran getan ein paar von den ganzen Pausenclowns, die ständig ihren Gesichtsfasching in die Kamera halten, rauszuschmeißen und dafür ein oder zwei gute Storyschreiber einzustellen. Noch mehr Gameplay WAR, das ist ein einziges großes Erfolgserlebnis. WAR – ein Spiel, in welchem sich, nach Bekunden der Hersteller, alles um Krieg dreht und das auch noch in einer furchtbar düsteren und gemeinen Welt, kommt daher wie ein Ponyhof mit angeschlossenem Streichelzoo. Stirbt man, dann erhält man lediglich einen kurzzeitigen Debuff, den man aber gegen entsprechende Bezahlung beim Heiler um die Ecke wieder loswerden kann. Und weil WAR so flauschig wie ein Weichspüler ist, steht der Heiler meist auch direkt dort, wo ich nach dem unfreiwilligen Ableben wieder respawne. Zur Leiche zurücklaufen oder sogar einen XP-Abzug, das existiert in WAR selbstverständlich nicht – Gott bewahre, da könnte man ja so zwei bis drei Gipsgehirne als Kunden verlieren, wenn die plötzlich frustriert aufgeben. Ausrüstung, sowieso die schönste Nebensache der Welt in WAR, gibt's reichlich und in allen Farben des Regenbogens. Während in WoW die Farbe noch zumindest ein wenig auf die Qualität des Gegenstandes schließen ließ, wird man in WAR mit blauen und violetten Gegenständen schon ab Stufe 1 dermaßen zugemüllt, dass man glatt meinen könnte, die Mobs in WAR hätten das ganze Jahr über Winterschlussverkauf. Selbstverständlich muss man die auch nicht reparieren... das würde ja Gold kosten. Und Gold das braucht der Spieler doch, um sich auf Stufe 20 sein Reittier zu kaufen, das so spottbillig ist, dass man es sich selbst bei Veruntreuung der Einnahmen im Lehman Brothers-Stil noch locker leisten kann. In Altdorf sieht man jetzt schon die ersten Aufmärsche von chinesischen Goldfarmern, die ingame protestieren, weil sie Angst haben ihren Arbeitsplatz zu verlieren. |
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Fanboys
Da hat man ja den ganzen Fanboys einen schönen Floh ins Ohr gesetzt. Das werden wir jetzt wohl immer zu hören bekommen, wenn irgendwas fehlt oder nicht funktioniert. Überhaupt, hat nach deren Ansicht Mythic alles richtig gemacht. Liest man sich die Foren auf WAR-Welten und Konsorten durch, dann ist es vollkommen in Ordnung erst mal ein Produkt auf den Markt zu werfen und es dann nachher fertigzustellen. Das "die patchen besonders schnell"-Argument konnte man genau so übrigens auch in den AoC-Foren lesen. Liebe Fanboys – wenn Entwicklerfirmen nach der Veröffentlichung eines Spiels patchen wie klein Kläuschen nach einer Überdosis Fruchtzwerge, dann ist das nicht etwa ein Qualitätsmerkmal, sondern bedeutet lediglich, dass sie zuvor mal wieder rumgeschlampt haben. Offizielle Foren
Fazit |
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Ich habe fertig... |