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TV-Rückblick 2007/2008

Das wirkliche Highlight allerdings startete am 11. Januar – natürlich auf RTL, wo auch sonst. Denn inzwischen sollte doch eigentlich jedem klar sein, dass RTL im Mediengeschäft nicht nur die größten Haufen scheißt, sondern auch diejenigen, die am übelsten riechen – genau: Das Dschungelcamp ist wieder da!

Kübelchen

Wie immer mit von der Partie „das unverwechselbare Moderatorenduo Dirk Bach und Sonja Zietlow“ (RTL Website). Bei diesen beiden, weiß man eigentlich gar nicht so richtig, welche der sieben Todsünden da nicht vertreten ist. Wurde aber auch Zeit, dass man die beiden mal wieder zusammen auf die Menschheit losließ: Trottelmonster Dirk Bach und das stetig brabbelnde Prinzesschen Duracel – würde mich gar nicht wundern, wenn der irgendwann eine Batterie aus dem Rücken fällt...

DuoDoof


Auch diesmal sind wieder jede Menge Kandidaten im Camp, die man entweder nicht kennt oder aber gar nicht erst kennen will. Da wäre beispielsweise Björn Hergen Schimpf, ehemals RTL-Moderator und Stimme der Handpuppe Karlchen, der sich doch tatsächlich für das Dschungelcamp beworben hat (wie traurig).
Dann gibt’s da noch DJ Tomekk, ein Möchtegern-Playboy und -Rapper, gefangen im Körper eines übergewichtigen Metzgerlehrlings.
Auch mit dabei: Bata Illic! Bereits weit jenseits der 60 frag ich mich halt, warum der diesen Mist mitmacht... na ja, dass kennt man ja auch von einigen Tieren, dass die sich zum Sterben in den Dschungel zurückziehen. Und so wie der Bata manchmal auf seinem Bett sitzt und in die Gegend starrt, kann man nie sicher sein, ob der jetzt gerade meditiert oder, ob die Leichenstarre schon eingesetzt hat.
Tja, dann gibt’s noch Lisa Bunt, irgend so eine Kreische von DSDS, die eigentlich die ganze Zeit nur rumgeheult hat, bis sie nach einer Woche, dank Kotzanfall (wahrscheinlich Noro-Virus) vorzeitig in die Zivilisation entlassen wurde.
Julia Biedermann dachte wohl, sie könne ein bisschen Werbung für ihren Auftritt im Playboy machen, indem sie zeitgleich im Dschungelcamp ihr flaches Hinterteil in die Kamera hält. Dumm nur, dass sie ohne zehn Zentner Schminke niemand erkannt haben dürfte, denn so ganz ohne Mörtel in der Visage, kann die Alte zwar Schlangen, Spinnen und Skorpione abschrecken, aber wohl keine Männer anlocken.
Bei Eike Immel, früher Fußballtorwart, war ich ja im Vorfeld recht unschlüssig, was ich denn von ihm halten sollte. Nachdem man Eike aber mal fünf Minuten zugehört hatte, wurde schnell klar, dass dessen Innenleben ebenso komplex ist, wie das des Sportgeräts, welches er früher nicht in den Kasten lassen durfte.
Ähnlich luftig im Oberstübchen geht’s auch bei Kandidatin Isabel Edvardsson zu. Kennt natürlich keiner... da musste auch ich erst mal nachlesen, was die denn bisher verbrochen haben soll, dass die ins Dschungelcamp muss. Laut RTL-Website ist die, durchaus hübsche Schwedin Tänzerin (Standart) und war auch schon bei „Dancing Star“ (auch so eine Zuschauer-Verarsche des Privatfernsehens) zugange und zwar mit Jung-Schmierlappen Wayne Carpendale... außerdem hat sie wohl auch schon mal Oliver Geissen assistiert – bei was auch immer. Ich würd’ sagen, das verdient ein paar Extra-Wochen im Dschungel... Apropos Wayne Carpendale, das ist übrigens der Sohn von Alt-Schmierlappen Howard Carpendale. Der steht seinem Vater in nix nach und lässt bei den über-70-Jährigen gleich paarweise die Thrombosestrümpfe platzen. Sein neuster Film lief am 16.12.2007 im ZDF und trug den Titel „Im Tal der wilden Rosen – Ritt ins Glück“. Meine Fresse, da wurde ja mal wieder jedes Register gezogen, um dem Publikum schon mit dem Titel klarzumachen, um welchen Heile-Welt-Schmalz es sich da handelt. Aber genug von Leuten, die es lediglich verdient haben in den Dschungel angeschoben zu werden und zurück zu denen, die gerade wirklich dort einsitzen.
Ebenfalls mit im Camp dabei ist Barbara Herzsprung, auch jemand, den ich bisher gar nicht kannte... also musste mal wieder die RTL-Website herhalten, auf der ich dann erfuhr, dass Barbara ein eigenes Modelabel hat. Klar doch... und was genau sind das für Klamotten, die Barbara entwirft? Zwangsjacken, oder was?
So, wen gibt’s denn da noch... ah ja, Ross Antony. Der Ross ist eigentlich für den Dschungel wie geschaffen, hat er doch so ziemlich vor allem Angst – Spinnen, Schlangen, Ameisen, Dunkelheit, Nässe und Frauen – Sie ahnen es schon... Ross ist der Quotenschwule im Camp.

Lecker


Last but not least mit dabei ist unser aller Pornoperle Michaela Matratze aka Gina Wild. Eigentlich der einzige Lichtblick in Sachen Dschungelcamp, denn wie wir ja bereits von „Entern oder Kentern“ wissen, ist’s eigentlich immer dort lustig, wo Michaela sich genötigt fühlt ihren Mund zum Sprechen zu benutzen und nicht für die ihm ursprünglich angedachte Aufgabe... Und auch diesmal enttäuschte Fräulein Doppel-D nicht. Als Sonja Zietlow sie nach so einer saudoofen Dschungelprüfung („Der Höllische Hurrikan“ – jede Menge Wasser und Wind halt) fragte, ob ihr die Schutzbrille verrutscht sei, antwortete Michaela: ja, sie habe so „einen kleinen Schwall ins Gesicht bekommen“. Hehe, wäre ja nicht das erste Mal...

Tuntis Australis

Inzwischen hat das Dschungelcamp einen ersten handfesten „Skandal“... die Bildzeitung hat ein Video ausgegraben, in dem DJ Tomekk die erste Strophe des Deutschlandliedes („Deutschland, Deutschland über alles...“ usw.) singt und mal lustig den Hitler-Hecht macht. RTL schmiss ihn kurzerhand aus dem Camp und inzwischen hat der Reichs-Rapper sich offiziell entschuldigt und verkünden lassen, dass sei alles nur ein Spaß gewesen – super Humor. Fazit: DJ Tomekk ist kein Nazi, sondern lediglich saudämlich...

DJ Depp

Knut

Wie gerne würde ich jetzt an dieser Stelle noch auf all den anderen TV-Schrott eingehen, den wir uns 2007 antun mussten: „Die Super-Nanny“, „Raus aus der Schuldenfalle“, „Stars auf Eis“ und den ganzen anderen Mist... aber das würde dann halt doch den Rahmen sprengen.

Nanny

Was bleibt als Fazit? Der ursprüngliche Programmauftrag des öffentlichen-rechtlichen Fernsehens (nämlich den Bürgern die Möglichkeit zu bieten sich umfassend zu informieren) wurde schon längst durch einen ganz anderen Auftrag ersetzt – unter kräftiger Mithilfe der Privaten natürlich: Heute schaut man Gladiatoren-TV. Brot und Spiele... irgendwie hat sich seit der Antike nicht viel verändert. Solange das Volk halbwegs genug zu essen hat (und sind wir mal ehrlich – die Arschumfanggröße war niemals gewaltiger als heute) und gut unterhalten wird, muckt es nicht auf und macht sich auch keine Gedanken darüber, was sonst in diesem Lande gerade so abläuft.
Deutschland ist das neue Rom... ein Reich, im Untergang begriffen, aber keiner merkt’s, weil jeder damit beschäftigt ist den Cäsaren Dirk Dämlich und Sonja Sabbel zuzujubeln, die mit einem Fingerzeig über das weitere Schicksal der B-Promi-Gladiatoren entscheiden. Ja.. ja, den meisten Zuschauern dürfte die Entscheidung des Fernsehsenders SAT1, überhaupt keine Nachrichten mehr auszustrahlen, gerade recht gekommen sein. Immer diese Bilder von verhungernden afrikanischen Kindern – da bleibt einem oft so das Mett-Brötchen im Hals stecken und man muss direkt mit zwei, drei Bier nachspülen. Und wer will schon zusehen, wie das Militär in Burma Mönche totschlägt oder in Kenia Leichen durch die Strassen geschleift werden? Nein, da schaltet man lieber rüber zu Big Brother, wo die Hausbewohner den ganzen Tag nur rauchen, flaschenweise Cola in sich reinkippen und sich gegenseitig Gespräche halten, die im Niveau irgendwo zwischen „3. Klasse Schulhof“ und „Vollsuff – Sylvester nach 24.00 Uhr“ rangieren. Wenn dann noch irgend so eine Negativ-IQ-Hausbewohnerin ihre frisch montierten Silicon-Titten in die Kamera streckt ist der Abend gerettet...

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