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TV-Rückblick 2007/2008

Abschließend lässt sich sagen, dass es fast so aussieht, als wolle Pro7 die Karre mit aller Gewalt in den Dreck fahren. Man hat, ganz offensichtlich, aus den sinkenden Quoten von „Popstars“ sowie den medialen Todgeburten „Survivor“ und „Das große Promi-Pilgern“ nichts gelernt und hat schon den nächsten audio-visuellen Tritt in die Klöten parat: „The next Uri Geller“. Die jüngeren Leser mögen sich nun fragen, wer zur Hölle denn Uri Geller ist. Also, der Uri Geller, das ist so ein Scharlatan, der schon seit ganz langer Zeit durchs Fernsehen tingelt und mit Mein-erster-Zaubertrick-Baukasten-Kunststückchen, für die man in früheren Zeiten dem Hofnarr den Kopf abgeschlagen hätte, ein Millionenpublikum begeistert. Jetzt aber wird ein Nachfolger für Uri Geller gesucht und wer könnte wohl besser beurteilen, ob jemand besser oder zumindest genauso gut bescheißen kann, wie der Oberbescheisser selbst.

Uri Klick mich!

Zu diesem Zeck hat man jede Menge Menschen eingeladen, die nach eigenen Angaben über übermenschliche Kräfte verfügen und sich selbst Mentalisten nennen (im Englischen ist die umgangssprachliche Übersetzung für „mental“ übrigens „bekloppt“ – falls Sie sich fragen, warum die sich Mentalisten nennen). Tja, und während man im Mittelalter fahrendes Volk, Gaukler und Scharlatane noch mit faulem Obst beworfen und anschließend davongejagt hat, jubelt man ihnen heute zu und heuchelt Begeisterung angesichts irgendwelcher Tricks, die man so oder so ähnlich in seiner Jugend auch schon mal im neusten Yps-Heft fand.
Zwischendurch legt der Meister übrigens auch selbst mal Hand an. Dann macht der Uri beispielsweise, dass beim Zuschauer daheim kaputte Uhren und andere Gerätschaften plötzlich wieder laufen oder, dass ein vorher auf dem Fernsehgerät platzierter Löffel herunterfällt.

Wieder ne geile Frise


Vielleicht sollte ich mich da auch mal bewerben, denn auch ich verfüge manchmal über geradezu hellseherische Fähigkeiten. Was, Sie glauben mir nicht? Tja, dann sagen Sie mir doch jetzt einfach mal, wieviele Stufe-70-World of Warcraft Charaktere Sie haben und ich sage Ihnen dann, ob Sie ein echtes Privatleben besitzen.

Nasher

Ebenfalls wieder mit von der Partie in 2008 ist sozusagen das Gammelfleisch aus der RTL2-Metzgerei: „Big Brother“. Sozialhilfeempfänger-TV geht in die 8. Runde. Und es hat bereits begonnen, die ersten Folgen liefen nämlich bereits... Sollte ihnen jetzt die Kippe aus dem Mund und das Bier aus der Hand gefallen sein – keine Angst, Sie haben nicht wirklich viel verpasst, denn der Mist dauert, wie letzte Staffel auch, ein halbes Jahr. Da geht mir schon ein bissel das Herz auf: Proleten und Arbeitslose machen Fernsehen für Arbeitslose und Proleten... das ist schön.
Ist übrigens ne tolle Idiotentruppe, die RTL2 da wieder zusammengetrommelt hat. Vom Türsteher bis zur Gogo-Tänzerin ist wieder alles dabei, was den HarzVI-Antrag schon zuhause in der Schublade hat. Der Zickenkrieg hat übrigens bereits begonnen (zumindest laut RTL2), denn Table-Dancerin Isi (Isi, nicht Asi), fühlte sich auf den Schlips getreten, als eine andere Kandidatin sie im Scherz daraufhinwies, dass sie daliege wie eine Hafennutte. Ganz schön zart besaitet, für jemanden, der normalerweise kein Problem hat vor wildfremden Männern blankzuziehen. Tja, wenn man darauf wert legt nicht als das Flittchen der 8. Staffel in die Analen von Big Brother einzugehen, sollte man vielleicht nicht bereits im Vorstellungsvideo strippen und vollmundig ankündigen, dass man auf heißen Sex stehe und sich durchaus verstellen könne auch im „Big Brother“-Haus Sex zu haben...

hafennutte


Sollten Sie jetzt glauben, dass ich hier maßlos übertreibe, was den Dödelfaktor der Kandidaten im Haus angeht, dann sei hier noch einmal ein Beispiel angeführt, der den Bildungsgrad der Blödelbande verdeutlicht: In der Folge vom 10.08.2008 mussten 4 Kandidaten (jeweils zwei in einem Team) Fremdwörter erklären (war halt so ein dämliches Spiel, zu dem man die Hausbewohner gelegentlich nötigt). Von insgesamt fünf Fremdwörtern waren die Kandidaten gerade mal in der Lage eins richtig zu erklären – das Wort „penetrant“... wer hätt’s gedacht, trifft das doch sowohl auf die Sendung selbst als auch auf die Hausbewohner zu. Der wahre Knaller aber, waren die Übersetzungen, die man für die übrigen Fremdwörter parat hatte: Adrian war beispielsweise der Meinung, dass „Düpieren“, das ist, was man normalerweise mit einem Rührstab macht. Pürieren... düpieren sind ja fast die gleichen Buchstaben, hätte man nach RTL2-Maßstäben eigentlich auch gelten lassen können. Zu „stoisch“ viel den Kandidaten kaum was ein, bei „toxisch“ war man der Meinung, das bedeute entweder „verrückt“ oder „Anfälle“ und „Joint Venture“ übersetze man kurzerhand mit „Liebe“. Bei so viel Abwesenheit von Bildung kann einem schon mal das vorschnelle Lachen im Hals steckenbleiben.

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