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Buch V – Graphik, Sound und Musik

Worin das völlig überzogene Lob der meisten Spielemagazine seinen Ursprung findet, die Graphik des Spiels sei großartig, blieb zumindest mir verschlossen. Zugegeben, das Spiel sieht nicht schlecht aus, es ist aber grafisch gesehen auch kein zweites Vanguard. Dreht man die Grafik-Schiebregler ganz nach rechts schaut’s nett aus, schiebt man sie ganz nach links, so kann LOTRO auch schon mal nach abgestürztem C64 Demo aussehen. Gehen wir aber doch einfach einmal davon aus, dass bei den allermeisten Spielern HdRO halbwegs vernünftig aussieht und auch mit einer zufrieden stellenden FPS-Zahl läuft, ganz anders als Vanguard, das Powerpoint unter den MMOs.

Übersicht pur...

Das Turbine doch noch immer sehr stark an ihrem Erstlingswerk Asheron’s Call hängen sieht man dann aber an den Animationen in HdRO... die sehen nämlich so aus, als habe man sie geradewegs aus AC übernommen. Das konnte natürlich nicht sein, bei einem so neuen Spiel, und so stellte sich mir dann auch direkt die Frage, was genau da beim Motion-Capturing schiefgelaufen war. Hatte man einen Darsteller mit unverheiltem Hüftbruch erwischt? Die Antwort war viel einfacher – man hatte erst gar kein Motion-Capturing verwendet... Nun kann man natürlich die Auffassung vertreten, Motion-Capturing sei kein zwingendes Muss, die Tatsache allerdings, dass die Designer bei Turbine sämtliche Animationen auf der Basis von Bewegungsstudien, die auf Zombiefilmen der 70er Jahre beruhen, erstellt haben, dürfte jedoch wesentlich schwerer zu entschuldigen sein.
Die Musik von HdRO ist ziemlich durchwachsen. Die Qualität schwankt zwischen „episch-stimmungsvoll“ und „Panflöten-Peruaner in der Fußgängerzone“. Teilweise kann das Gedudel gefallen, teilweise kann es einem auch schon mal ganz schön auf die Nerven gehen. Wir wollen an dieser Stelle allerdings nicht zu kleinlich sein, schließlich kann man die Musik ja auch einfach abstellen.
Der Sound weckt ähnlich zwiespältige Gefühle wie die Musik. Mal sind die Soundeffekte gelungen, mal eher nicht. Bei weiblichen Charakteren ist es beispielsweise schwer auszumachen, ob die sich nun ekstatisch darüber freuen einen Streitkolben über die Rübe zu bekommen oder ob es dann doch ziemlich schmerzt.

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