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Test – Der Herr der Ringe Online – Die Schatten von Angmar

Lotro Logo

Prolog

Installation.

Willkommen bei der Herr der Ringe Online!

Hallo Legolatz0r007, die Wölfe in der Gegend stellen eine große Bedrohung für das ganze Dorf dar. Geh und töte 10 von ihnen.

Deinstallation.

Buch I – Der Kauf

Angesichts des alljährlichen Sommerlochs im Single-Player-Spielebereich sah ich mich einmal mehr gezwungen zur MMO-Konkurrenz zu greifen. Und was liegt da näher als „Der Herr der Ringe Online“? Oder kurz HdRO – das klingt schon so ein wenig wie H5N1 und in der Tat zeigen viele HdRO-Spieler nach ein paar Stunden dieses MMOs auch deutliche Symptome der Hühnergrippe.
„Der Herr der Ringe?“, fragen sich jetzt sicherlich einige von Ihnen, „Ist das nicht Tolkien?“ Nein, das ist in diesem Fall Turbine, eine Entwicklerfirma, die sich bisher vor allem durch content-arme Rohrkrepierer wie Asheron’s Call, Asheron’s Call 2 und Dungeons & Dragons Online hervorgetan hat. Warum man sich bei Tolkien Enterprises, die bei der Prüfung einer Lizenzvergabe normalerweise ähnlich gründlich vorgehen wie ehemals die Stasi bei der Überwachung systemkritischer DDR-Bürger, gerade für Turbine entschieden hat, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.
Wie auch immer – die Schatten von Angmar mussten also her. Schatten schwanten auch mir schon, als ich knapp 45 Euro auf die Kassentheke beim Media Markt legte. Hatte ich doch, als unfreiwilliger Fileplanet-Abonnent (lange Geschichte...), damals die Möglichkeit gehabt mir „The Lord of the Rings Online“ (kurz LOTRO) oder, wie man besser sagen sollte, „teh L0rd of teh ringz“ in der Beta anzuschauen. Damals war zumindest der reichlich degenerierte Kreis von Fanboys, die MMOs ja gewöhnlich anziehen wie Scheiße die Fliegen, der Meinung, dass bis zum Release da noch einiges geschehen würde, um das Spiel zu verbessern.

Aber ich schweife ab und greife vor, denn bei mir begann das große „Herr der Ringe“-Abenteuer schon offline – im Media Markt halt. Der Media Markt, für alle die es vergessen haben sollten, das sind die geistigen Tiefflieger, die es für eine gute Idee hielten, die Melodie eines kapitalismuskritischen Liedes von Rio Reiser dazu zu verwenden, um für eine Kaufhauskette Werbung zu machen. Egal, ich stiefelte also zum Media Markt, um die europäische Version des Spiels zu kaufen – eigentlich hätte ich zwar lieber die US-Version gehabt, da es aber unverständlicherweise von LOTRO keine digitale Version zum Download gibt, wie das heute eigentlich Standard ist, war ich also gezwungen mich ins Reich des Feindes zu begeben. Ich hatte den Mordor Markt kaum betreten, da taten sich auch schon erste Parallelen zu Tolkiens Büchern auf. Die meisten Media Markt Mitarbeiter weisen nämlich ähnliche Charakterzüge wie Ringgeister auf - sie sind einfach nur abgrundtief böse. Da der Media Markt in meiner Nähe ungefähr so aufgeräumt ist wie eine Studenten-WG nach der Einweihungsparty, dachte ich mir, ich erspare mir die ganze Sucherei nach dem Spiel und frage einfach einen Verkäufer. Der durchschnittliche Media Markt Verkäufer ist übrigens so intelligent wie ein Höhlentroll und kommt auch vom Gewicht nahe an die tolkiensche Vorlage ran. Immerhin ist man bereit zu helfen, immer vorausgesetzt, man muss den fetten Arsch nicht mehr als zwei Meter bewegen. Um es mal vorwegzunehmen, ähnlich gut beraten dürften sich auch Frodo und Sam gefühlt haben, als sie merkten, dass Gollum sie geradewegs ins Versteck der Riesenspinne Kankra geführt hat. Auf meine Frage hin, wo genau ich denn das Computerspiel „Der Herr der Ringe Online“ finden könne, entgegnete mir, der offensichtlich in seiner Lethargie gestörte Verkäufer: “In der Computerabteilung“. Wer bei einer solchen Antwort nicht das drängende Bedürfnis verspürt seinem Gegenüber, die am Eingang mitgenomme Plastiktüte über den Kopf zu ziehen und ihn einen langsamen Erstickungstod erleiden zu lassen, dürfte ähnlich hirntot sein wie der mich beratende Verkäufer.

Für eine Handvoll Lembas!

Ich war also auf mich allein gestellt. Ich will’s kurz machen – ich hab HdRO am Ende gefunden, war damit allerdings noch nicht ganz mit dem Offline-Teil des Spiels durch. Ich musste ja noch zur Kasse. Auch hier taten sich wieder gewisse Parallelen zur Buchvorlage auf. Wie Sauren nämlich, so verschwinden auch die Kassiererinnen beim Media Markt ganz gerne mal für ein paar Jährchen in der Versenkung, nur um dann ähnlich gut gelaunt wie ihr offensichtliches Idol, wieder mit geballter Macht aufzutauchen, um Unbill über die Kundschaft zu bringen. Abschließend lässt sich sagen, dass der Erwerb des Spiels wohl die schwerste Quest gewesen sein dürfte, die mir im Zusammengang mit HdRO begegnet ist.

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