Als nächste Gruppe, gibt’s da die selbsternannten Experten in allen Dingen des Lebens – die Politiker. Durchgängige Meinung hier: Computerspiele sind vom Teufel gemacht! Sollten Sie jetzt nicht mehr so genau wissen, was ein Politiker überhaupt ist – entweder, weil Sie es aus Abscheu, angesichts diverser Politiker-Affairen, einfach verdrängt haben oder aber, weil Sie sich für Politik nicht interessieren, da sie nicht von zuhause aus mit Ihrer Fernbedienung wählen können, hier eine kurze Auffrischung fürs Gedächtnis: Politiker, das sind die Leute, die sich gerade auf dem G8 Gipfel von Olek und Bolek mal so richtig haben über den Tisch ziehen lassen. Jeder normale Mensch mit Eiern in der Hose, hätte den Gebrüdern Rumpelstilzchen erst lingual den Arsch versohlt und sie dann in ihrem, wahrscheinlich in Deutschland geklauten BMW, zurück nach Polen geschickt – oder alternativ aufs Feld zum Spargelstechen. Aber ich schweife ab...
Auf jeden Fall will uns diese Gruppe von Menschen, die wahrlich Besseres zu tun hätte, als sich um so einen lapidaren Müll wie die Gewaltdarstellung in Computerspielen zu kümmern, die will uns jetzt erzählen, wo der Hase herhoppelt... und hinkötelt. Klar, man könnte sich jetzt auch mit solchen Dingen wie Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit auseinandersetzen, aber das kostet den Politiker heutzutage viel zu viel Zeit, denn der ist eifrig damit beschäftigt die eigene Hackfresse in jede Kamera zu halten, die er erspäht und außerdem muss er sich auch noch Gedanken darüber machen, welche Sau morgen durchs journalistische Dorf getrieben werden soll. Da bleibt für komplexe Themen keine Zeit, für so einen Mist wie Computer- und Videospiele reicht es aber gerade noch.
Ganz vorne mit dabei: Prof. Christian Pfeiffer, Justizminister a.d. und Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen. Und wenn man sich so anhört, was der sich zurechtgeforscht hat, dann kann man sich dem Eindruck nicht entziehen, dass der sich im Restaurant, statt einem halben Hähnchen lieber mal ein halbes Hirnchen bestellen sollte – wer weiß, vielleicht hilft’s. Die Liste des von Prof. Pfeiffer abgesonderten Schwachsinns ist so umfangreich, dass sie hier wirklich nur in beispielhafter Art und Weise wiedergegeben werden kann. |
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Fangen wir mal mit etwas harmlosem an. Da antwortete Pfeiffer beispielsweise auf die Frage des Online-Magazins Krawall.de, ob er einzelne Spiele auf dem gleichen Niveau wie Kinderpornographie sähe:
„Ja. Diese Spiele sind aber gegenwärtig schon nach §131 Strafgesetzbuch strafbar. Es kommt sehr selten vor. . . . Diese Normen aber nun auf die Spiele anzuwenden, um die es derzeit geht – Spiele wie „Grand Theft Auto: San Andreas“ oder „Der Pate“ –, wird nicht möglich sein. Die Spiele sind von unserer Selbstkontrolle als ab 16 oder ab 18 eingestuft worden und dürfen dann nicht mehr indiziert werden.“
Etwas später im Interview stellte ihm Krawall.de dann folgende Frage:
„Von der USK-Auszeichnung ab 18 sagten Sie uns, geht Ihrer Meinung nach eher ein Werbeeffekt aus. Von einer Indizierung nicht?“
Und was antwortet Meister Silberlocke?
„Von 6.000 Kindern, die wir befragt haben, hatten lediglich sieben bereits indizierte Spiele gespielt. Aber 1.700 hatten bereits Spiele ab 18 gespielt.“
Ah so... also nur damit ich das richtig verstanden habe. Es werden also nur ganz wenige Spiele indiziert, aber dafür eben wesentlich mehr von der USK ab 18 freigegeben... hmmm, ist es dann auch nicht irgendwie logisch, dass von den 6000 Kindern auch wesentlich mehr bereits ein Spiel ab 18 in den Grabschern hielten, als ein indiziertes Spiel? Das muss ja eine super-seriöse Forschung sein, die da beim KFN stattfindet, wenn mögliche mathematische Zusammenhänge einfach missachtet werden, weil es einem gerade nicht in den Kram passt.
Aber in seinem immerwährenden Kampf für die Wertmaßstäbe von 1653 kommt Pfeiffer nicht nur zu dem Ergebnis, dass gewaltverherrlichende Spiele gewalttätig machen – nein, Computerspiele im Allgemeinen machen doof, das hat Christian Pfeiffer jetzt herausgefunden. Klar, Wichsen macht ja auch blind...
Pfeiffer begründet seine Hypothese übrigens damit, dass es beim Zocken zu sogenannten Dopamin-Duschen kommt. Dopamine, das sind Hormone, die uns glücklich machen, in übermäßigen Mengen aber offensichtlich dämlich. Das Dumme an Pfeiffers Theorie ist nur, dass Dopamin so ziemlich bei jedem Hobby ausgeschüttet wird, so zum Beispiel auch beim Fußball. Aber irgendwie wusste man es ja immer – die mindere Intelligenz unserer Fußballspieler ist nicht darauf zurückzuführen, dass beim Köpfen des runden Leders jedes Mal ein paar tausend Gehirnzellen absterben, nein, es ist das Dopamin, das die Sätze wie „Egal, ob Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien!“ sagen lässt. Ach ja, und auch im Blut von Verliebten findet sich reichlich Dopamin. Wenn Sie sich also fragen, warum Sie damals, der inzwischen 50 Kilo schwereren Frau, die die Couch im Wohnzimmer hütet und aufgrund eines fehlenden festen Arbeitsverhältnisses 18 Stunden am Tag versucht ihre „Jabba The Hutt“ Immitation zu perfektionieren, einen Heiratsantrag gemacht haben – hier ist die Lösung... Sie waren einfach aufgrund des Dopamins zeitweise doof.
I PWN U hat deshalb eine ganz eigene Studie zum Thema Computer- und Videospiele durchgeführt und hat herausgefunden: Computer- und Videospiele machen nicht nur doof, sondern auch taub und arm! Das liegt übrigens am sogenannten Jamba-Hormon. Ok, kann sein, dass uns hier bei der I PWN U Redaktion die Studien über Killerspiele und VIVA durcheinander geraten sind, aber gerade dieses Missgeschick sollte uns doch eines verdeutlichen: Würde man in Deutschland alles verbieten, was zur Verblödung führt, könnten wir den Laden eigentlich auch direkt dichtmachen.
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Das Doofamin liefert Christian Pfeiffer übrigens auch direkt eine Erklärung dafür, warum Jungen neuerdings immer schlechter in der Schule werden, wohingegen Mädchen graue-Zellen-technisch schwer auf dem Vormarsch sind und sich daher auch mehr scheißschlaue Ischen auf den Hochschulen herumtreiben. Der männliche Teil der Jugend befindet sich nämlich bereits fest in der Hand von Nintendo & Co. und hat zwar Probleme Schaf von Schäferhund zu unterscheiden (einigen dürfte es sogar schwerfallen Schaf und Schäfer zu unterscheiden), aber wer braucht schon Ahnung von basaler Biologie, wenn man dafür die Special Moves von Tekken auswendig kann? |
Seit wann hat man denn in der Regierung plötzlich Angst vor der Emanzipation? Mir jedenfalls soll’s recht sein, sind eben jetzt mal wir Blödmänner dran mit Kuchenbacken und Fußpflege und die Frauen müssen das Geld verdienen. Und weil es ja kaum noch Windelscheißer in Deutschland gibt, müssen wir auch nicht mehr auf irgendwelche kleinen Kackbratzen aufpassen, sondern können den ganzen Tag Bier in uns reinschütten und uns Richterin Barbara Salesh schönsaufen. Kurz vor der Rückkehr der Angetrauten von der harten Arbeit, nochmal schnell mit ein und demselben nassen Lappen zuerst durchs Klo und dann durch die Küche wischen und die Mircowelle anwerfen – dann ist der Abend gerettet. Ich sehe da goldene Zeiten auf uns Männer zukommen.
Und weil in den Kreislauf von Gewalt, Dummheit und Videospielen, Armut auch irgendwie hervorragend reinpasst, hat die Pfeife der Pfeiffer jetzt festgestellt, dass vor allem die Armen gewalttätig und doof sind und auch besonders viele Computer und Konsolen besitzen.
„Die Playstation ist das Spielzeug der Armen. Gilt auch für den Computer, übrigens.“
Jetzt könnten verwirrte Gemüter ja auf die Idee kommen die Armut zu bekämpfen, denn dann würde man ja, selbst nach Pfeiffer’s abstrusen Hypothesen, gleich mehrere Fliegen mit eine Klappe schlagen. Nur blöd halt, dass sich Reichtum nicht gesetzlich verordnen lässt. Indizierung und Beschlagnahmung hingegen schon. Und weil das eben so ist, bastelt sich der Dr. Frankenstein unter den Professoren lieber weiter, aus ganz verschiedenen Themengebieten, seine Theorien zusammen... ganz so, wie sein literarisches Vorbild sein Monster aus ganz verschiedenen Leichenteilen zuzammengenäht hat. Das Ergebnis ist in beiden Fällen ähnlich wahnsinnig.
Besonders arm, doof und gewalttätig ist man anscheinend in Dortmund, denn da gibt es die meisten Fernseher. Ja, und wer kennt sie nicht, die Bronx Deutschlands, wo sich Videospieler-Gangs auf täglicher Basis wilde Straßenschlachten liefern – ich nehme mal an, es geht dabei um die Dominanz auf den Gebieten Prostitution und Drogenhandel, das rundet den Kessel Buntes an Klischees, der hier gerade von Prof. Triller aufgemacht wurde so richtig schön ab.

In Bayern hingegen, ja da ist die Welt noch in Ordnung, laut Christian Pfeiffer. Das ist das Land wo Milch und Honig fließt – absolut konsolenfreie Zone. Da hängt man abends nicht vor Fernseher oder Konsole rum, sondern geht zur Feuerwehr, zum Schützenverein oder einfach mal ein paar Neger klatschen. Jau, denn auch das gehört zum Paradies Bayern – laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Universität Leipzig ist in Bayern nämlich antisemitisches und rechtes Gedankengut weiterverbreitet als in allen anderen Bundesländern.
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