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I PWN U TV-Tipps für den Sommer

Gerade, wenn man denkt, man habe das Gröbste hinter sich, da ist neues Unheil im Anmarsch. Weil man bei Pro7 die ganze Menschenverachtung nämlich nicht kampflos RTL überlassen will, schickt der Sender, der seine Zuschauer die Wochen zuvor bereits mit „Gülcans Traumhochzeit“ mürbe gemacht hatte jetzt „Survivor“ ins Rennen. Nach dem Motto „nicht kleckern, sondern kotzen“ treten 18 Kandidaten auf einer einsamen Insel gegeneinander an und machen sich, ganz ohne Fremdeinwirkung, das Leben zur Hölle. Wer jetzt denkt „das kenn ich doch irgendwoher?“ hat recht, denn eine ähnlich mediale Sterbehilfe lief 2001 schon einmal unter dem Titel „Gestrandet“ auf RTL2. In der Folgezeit gab's dann auch noch das "Inselduell" auf SAT1 und "Expedition Robinson", diesmal wieder bei RTL2... alles ähnlich erfolglos.

Zugegeben, Survivor ist vom Spielprinzip her nicht ganz dasselbe wie Entern oder Kentern, denn zumindest erspart man uns hier die geistig völlig impotente Prominenz. Aber ich nehme mal an, Pro7 hat sich gedacht „die Scheiße ändert sich zwar, aber die Fliegen bleiben die gleichen“ und wähnt sich daher bereits des Publikums sicher, das bei RTL bereits mental ordentlich gekielholt wurde.

Bei Survivor besteht der Alltag der Kandidaten allerdings nicht nur aus Selbsterniedrigung im Zuge vollkommen hirnloser Spielchen, nein, man muss sich auch noch mehr oder weniger selbst versorgen – Fischen, Früchte sammeln, etc. Da die meisten Teilnehmer allerdings wenig Plan von irgendwas haben und noch viel weniger vom Überleben auf einer einsamen Insel, ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, in welcher Folge der Show der Kannibalismus unter den Kandidaten einsetzt und diese damit beginnen sich gegenseitig aufzufressen. Macht aber nix, schließlich wird ja sowieso in jeder Folge einer der Teilnehmer im Inselrat ausgewählt, der die Show verlassen muss – den könnte man dann alternativ ja auch einfach essen, wenn’s mit dem Jagen und Sammeln auf der Insel nicht hinhaut.

Sie fragen sich vielleicht, warum Pro7, das offensichtlich 2001 gefloppte „Gestrandet“, jetzt unter dem Namen „Survivor“ wiederbelebt hat. Na ja, das erklärt sich wohl dadurch, dass sich im Falle von „Survivor“ Hartnäckigkeit seitens der Produzenten bisher ausgezahlt hat, denn „Survivor“ war keineswegs von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Als sich Charlie Parsons nämlich Mitte der 1990er diesen Südseehorror für Evolutionsbremsen ausdachte wollte ihn zunächst keine britische Produktionsfirma kaufen. Kein Wunder, war doch für die Briten der tägliche Überlebenskampf auf einer isolierten Insel mit schlechtem Essen nix besonderes. Amerika wollte den Mist ebenfalls nicht.

Aber dann kamen die Schweden und bei denen zündete der Inselterror wie eine Atombombe auf dem Bikini-Atoll. Und da dachten sich die anderen Länder, was im Land der Elche geht, damit muss doch auch bei uns Geld zu verdienen sein – ganz ähnlich sieht das wohl auch Pro7.

Auszug aus der Pro7 „Survivor“-Website:

Sie suchen das Abenteuer – und wollen 250 000 Euro gewinnen: 18 Kandidaten aus ganz Deutschland lassen sich mitten im Südchinesischen Meer aussetzen und stellen sich der Herausforderung ihres Lebens.

Tja, eigentlich hätte ich ja auch gar nix dagegen die 18 Deppen auf einer Insel mitten im südchinesischen Meer auszusetzen, warum man die allerdings nach 50 Tagen wieder abholen muss, ist mir schleierhaft.

 

Denn schon im Trailer zu „Survivor“ zeigt sich lebhaft, was das für Robinsons sind, die man sich hier als Kandidaten eingeladen hat. Wie sagt da einer der Teilnehmer zum Rest der Gruppe: „Wir können kein Team sein, weil euch einfach gewisse Voraussetzungen dafür fehlen.“ Und eine andere Kandidatin brabbelt in die Kamera: „Dabei sein ist Nichts – gewinnen ist Alles!“ Na, das sind doch mal echte Werte, die hier vermittelt werden. Es darf allerdings davon ausgegangen werden, dass angesichts solcher Egos die Insel einfach nicht groß genug sein wird und die Idee mit den zwei Teams, in die die Kandidaten zu Beginn der Show eingeteilt werden, kräftigst in die Buchse geht. Schaut man sich nämlich mal die Profile der Kandidaten auf der Website von „Survivor“ an, dann wird schnell klar, dass die Sadisten von Pro7 nur Menschen ausgewählt haben, die der liebe Gott kurz vor Feierabend gemacht hat und es daher schnell gehen musste.

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