Ja, tatsächlich… in der harten, kalten und vor allem inkompetenten Spielehersteller-Welt geschehen noch Zeichen und Wunder. Mit lediglich einer Verzögerung von 28 Tagen – das ist nicht einmal ein ganzer Monat… na ja, jetzt mal den Februar ausgenommen – hat es der offizielle Funcom-Shop geschafft, mir die Pre-Order von Age of Conan zuzuschicken. Gestern kam sie endlich, die erlösende Nachricht: Asknet, der Betreiber des Shops teilte mir in einer E-Mail mit, dass meine Bestellung nun losgeschickt worden sei. Unglaublich! Aber halt… da war doch noch was… ah ja, genau – ich hatte meine Pre-Order nämlich vor über zwei Wochen abbestellt, was mir von Asknet auch in einer E-Mail bestätigt wurde. Als nämlich am 30.5.2008 der Early Access endete (und mir mein Account einfach stillgelegt wurde!!! Aber ich will mich nicht beschweren… irgendwie war man ja auch froh, dass der Alphaalptraum zu Ende war…) und ich noch immer keine physische Version des Spiels in meinen gierigen Grabscherchen hielt wurde es mir einfach zu dumm und ich schickte Asknet kurzerhand eine Mail mit der Bitte mich mit Funcom’s digitalem Grundkurs für Kundenabzocke zu verschonen. Tja, aber Asknet ist offensichtlich hartnäckig. Was man mal angefangen hat, das bringt man auch zu Ende, sogar wenn’s 28 Tage dauert. 28 Tage… ich frag mich echt warum das so lange gedauert hat… selbst mit dem 1x DVD-Brenner, der da wohl noch bei Asknet rumsteht müsste das doch eigentlich schneller gehen…? Und was kann in 28 Tagen nicht alles passieren, der Kunde zieht in eine andere Stadt, wird vom Auto überfahren, verliert das Interesse am Spiel oder die Welt wird von Zombies überlaufen…
Ich würde mal sagen, da haben sich zwei gefunden: Asknet und Funcom – „Partners in competence!“ oder war’s „Partner’s incompetence!“… auf jeden Fall: eines von beiden passt.
Immerhin ist mir jetzt klar geworden, wie es Funcom geschafft hat eine Million Exemplare von diesem MMO-Baukasten für WoW-Geschädigte zu verkaufen: Asknet verschickt jetzt einfach Age of Conan an jeden, der dem Postboten die Tür nicht schnell genug vor der Nase zuschlagen kann – ob derjenige das Spiel auch wirklich bestellt hat interessiert dabei nicht.
Und immer, wenn man glaubt „blöder geht’s nimmer“, dann legt Funcom noch mal in Form einer E-Mail nach. Ganz ehrlich, ich trau’ mich schon gar nicht mehr die Dinger aufzumachen, da ich ständig Angst habe, dass mir beim Lesen ein Blutgefäß im Hirn platzt:

Ich persönlich frag’ mich ja, welche Gametime da denn genau dabei ist abzulaufen. Schließlich war mein Account seit dem 30.5 gesperrt und einen CD-Key irgendeiner Retail-Version habe ich niemals eingegeben – ich hatte ja keine. Einloggen konnte ich mich auch nicht, das hatte ich dann doch überprüft… wäre man ausgesprochener Pessimist, so könnte man da glatt auf die Idee kommen, dass Funcom bei den Early-Access-Kunden den Freimonat einfach hinten dran gehängt hat, egal, ob die jetzt zu der Zeit wirklich spielen konnten oder nicht… wie gesagt lediglich meine Vermutung.
Wie Funcom jetzt den Eindruck gewinnen konnte, dass überhaupt irgend ein Early-Access-Kunde AoC (Age of Content that will someday be implemented if you’re really lucky) noch haben will ist mir ja immer noch schleierhaft. Wie die jetzt auf die Idee kommen, dass ich bisher das Game „ununterbrochen“ spielen konnte ist mir sogar noch schleierhafter. Woher die allerdings die Überzeugung nehmen, dass ich, nachdem ich über zwei Wochen Age of Uberbug nicht spielen konnte (weil ich ja eben keine Retail und damit auch keinen gültigen Key hatte), noch Interesse an ihrer Klickorgie für beidseitig Hirnhälftenamputierte hätte, ist mir schleierhaft – jetzt erst recht! Ganz bewusst habe ich im vorherigen Satz den „Stirb langsam!“-Superlativ des Wortes „schleierhaft“ verwendet… ist, glaube ich, nach der neuen deutschen Grammatik sogar erlaubt. Eine weitere Steigerung ist ebenfalls möglich – „schleierhaft 4.0“ hebe ich mir allerdings für Funcom’s nächstes Game auf… wer weiß, was da noch kommt.

Ok, ok… eigentlich wissen wir ja bereits, was da noch so kommt, denn Funcom hat bereits den nächsten MMO-Schuss aus der Hüfte angedroht: „The Secret World“ heißt das neue Projekt und, wenn’s nach mir ginge, könnt’s auch ruhig bis in alle Ewigkeit geheim bleiben. Ob das neue Spiel auch an chronischer Content-Magersucht leiden wird bleibt abzuwarten, letztendlich wär’s mir ja auch egal, wenn’s nicht immer die Spieler wären, die später ständig erbrechen müssten.
Ich hätte da schon eine Idee womit man die Kunden beim nächsten Versuch piesacken könnte. Anstatt denen wieder so einen Beta-Betrug auf DVD zukommen zu lassen, könntet ihr den Kunden bei „The Secret World“ einfach ein Booklet mit dem Konzept des Spiels und einer Einführung in die Assembler-Programmierung sowie eine CD mit der notwendigen Software zuschicken und dann können sich die Konsumenten gleich ihr eigenes Game zusammenschlampen. Da können sich die Kunden hinterher auch nicht beschweren, das Game sei scheiße und unfertig, schließlich haben sie es ja selbst programmiert... hmm, clever eigentlich – Notiz an mich selbst: Bei Funcom anfragen, ob dort eine Stelle als Berater für mich frei ist.